Umdenken

Soft Skills: Schlägt Kultur Strategie?

© Timon Studler / Unsplash

Unternehmen wollen „gute“ Mitarbeiter – engagiert, schlau, produktiv. Sie achten bei Neueinstellungen auf Qualifikationsnachweise und versuchen sich auch sonst daran, Leistung und Performance ihrer Belegschaft zu messen. Seth Godin, Serial Entrepreneur und Autor (u. a. „What to Do When it’s Your Turn“) hält das für grundlegend falsch.

Natürlich: Ein Programmierer muss programmieren können. Viel wichtiger seien aber Commitment und Leidenschaft, persönliche, soziale und methodische Kompetenzen – die sogenannten Soft Skills. Der verniedlichende Begriff, so Godin, verschleiere, dass es genau diese Fähigkeiten sind, die in einem Unternehmen mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern den Unterschied machen zwischen Durchhängen und Durchstarten. Er spricht deshalb lieber von Real Skills. Denn die Unternehmenskultur sei für den Erfolg im Zweifel wichtiger als die Strategie. Oder anders gesagt: Auf die Menschen kommt es an.

Konsequenterweise wagt sich Godin auch daran, die so wichtigen wie schwer fassbaren Eigenschaften und Fähigkeiten konkret zu benennen – oder, wie er es selbst nennt, eine „Enzyklopädie der Real Skills“ zu entwickeln. Da kommt – in den fünf Kategorien Selbstdisziplin, Produktivität, „Weisheit“ (oder Erfahrung), Vorstellungskraft und Überzeugungsfähigkeit – einiges zusammen. Ein erster Schritt in eine Zukunft, in der nicht nur HR-Abteilungen systematischer nach den Faktoren entscheiden, die wirklich zählen?

Zum Blog-Beitrag von Seth Godin: https://itsyourturnblog.com/lets-stop-calling-them-soft-skills-9cc27ec09ecb