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Leibniz: Netzwerker avant la lettre

Vor 300 Jahren starb der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz. Seine auf dem Binärsystem aufgebaute Rechenmaschine gilt als Urahn des Computers. Bisher weniger beachtet wurde ein anderer, ebenso moderner Aspekt seines Denkens: Schon im 17. Jahrhundert sah Leibniz die Gesellschaft als soziales Netzwerk, in dem jeder Knoten die ganze Welt aus einer einzigartigen Position spiegelt. Individualität wird dabei durch Anerkanntsein und informationelle Verbindungen gestiftet – wie es heute bei Facebook und Co. auf die Spitze getrieben wird.

Und Leibniz wusste die Stärke von Netzwerkstrukturen raffiniert für sich zu nutzen: Er schrieb 15.000 Briefe an über 1000 Kontakte, in denen er neue Gedanken in die Welt hinausschickte und zur Diskussion stellte. Als seine Korrespondenten zunehmend begannen, ihrerseits Informationen für ihn zu bündeln, konnte Leibniz immer gezielter und mit immer weniger Aufwand neues Wissen aufbauen: Das Netzwerk hatte sich verselbstständigt.

Mehr zum Netzwerker Leibniz in diesem „Breitband“-Beitrag: 

 

Quelle: Deutschlandradio Kultur, Breitband, Sendung vom 05. März 2016. Autorin: Julia Eikmann
Bild: Das binäre Zahlensystem in einem ersten Entwurf von Gottfried Wilhelm Leibniz, 1697. Quelle: Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, Hannover